Pläne gab es schon 1926      

Mainbrücke an Tankstelle Sattler oder Amalia-Siedlung wäre denkbar

Seit 2023 erleben wir immer wieder, dass man mit der Seligenstädter Mainfähre tage- und wochenlang nicht über den Fluss kommt. Ob Probleme mit der Technik oder Hochwasser: Ärgerlich ist es in jedem Fall. Selbst wenn Fährbetrieb möglich ist, gibt es ihn nur wenige Stunden am Tag. Doch in Seligenstadt gibt es keine andere Möglichkeit, den Main zu queren.

Erst etliche Kilometer mainabwärts gibt es einen schmalen Steg über die Schleuse Krotzenburg -aber nur für fitte Fußgänger und Radfahrer, die genügend Kraft haben, ihr Rad steile Treppen hochzuwuchten.  Mainaufwärts können Nicht-Motorisierte nach fünf Kilometern die Kilianusbrücke Mainflingen nutzen.

Ich kann gut verstehen, dass man am Maintor keine Brücke will. Sie würde die Fähre verdrängen und die Ansicht Seligenstadts mit Basilika und Altstadt beeinträchtigen. Obendrein wären da die Rampen ein Problem; denn die Brücke muss hoch über den Main geführt werden, damit auch hohe Schiffe passieren können.

Wenn man auf die topografische Karte schaut, liegen bei der Tankstelle Sattler und dem gegenüberliegenden Radweg auf der bayrischen Seite die Hochufer des Mains recht dicht zusammen. Dazwischen sind rund 150 Meter, und man bräuchte keine Brückenrampen. Eine filigrane Brücke reicht für Fußgänger und Radfahrer.

Die breite Stichstraße neben der Tankstelle Sattler kann geradezu auf die neue Brücke führen.
Denkbar wäre auch eine Brücke vom Lachenwörthsweg aus. Allerdings ist die Passage zwischen den Häusern der Amalia-Siedlung recht schmal.

Das malerische Main-Panorama Seligenstadts bliebe erhalten. Die Fähre könnte weiter für Touristen, Ausflügler und Kraftfahrzeuge fahren und hätte dort ihren Sinn. Fußgänger, Rad- und Rollstuhlfahrer hätten zu jeder Zeit eine bequeme und sichere Verbindung sowohl nach Kahl als auch nach Großwelzheim.   

Übrigens: Schon vor über 100 Jahren war eine Brücke geplant für eine Eisenbahn von Kahl übers Niederfeld Richtung Froschhausen.  Nach der Weltwirtschaftskrise wurden diese Pläne nicht weiterverfolgt. Stattdessen schmiedete man 1926 den Plan, anstelle der Seligenstädter Mainfähre eine Straßenbrücke zu bauen. Es war sogar schon Geld bereitgestellt. Aber zwei Jahre später erhielt Seligenstadt nur eine neue Fähre.

Franz Roski

Zwei Standorte für eine mögliche Flussquerung

Skizze: Franz Roski auf der Basis von openstreetmap.org

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Rock auf der Bleiche

Am Samstag, 18. Mai gibt es auf der Bleiche in Seligenstadt die dritte Auflage des Festivals „Einhardrock“. Zwischen 15 und 22.30 Uhr treten die Schulbands D’Einhard und D’Einhard piccolo auf sowie die Gruppen „Empty Hourglass“ aus dem Spessart, „Godskin“ aus Seligenstadt, „Beyond Confidence“ aus Stuttgart und „Secondary Virtues“.
Diese Seligenstädter Band hatte das Rockfestival im Jahr 2022 ins Leben
gerufen, um jungen Nachwuchsgruppen eine Auftrittschance zu ermöglichen.

Das städtische Kinder- und Jugendbüro, die katholische Kirchengemeinde St. Marien und die evangelische Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen haben die Idee aufgegriffen und veranstalten „Einhardrock“ gemeinsam, in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend Seligenstadt und dem Seligenstädter Jugendbeirat.

In der Grünanlage zwischen Steinweg, Kapellenstraße und Jahnstraße bleibt es nicht beim Bühnenprogramm: Für Verpflegungs- und Getränkeangebote sorgen Jugend- und Vereinsgruppen, Spielmöglichkeiten organisieren die beiden benachbarten
Kirchengemeinden sowie der Jugendbeirat.

Gefördert wird „Einhardrock“ vom Zukunftspaket fürBewegung, Kultur und Gesundheit.  Dieses Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird umgesetzt von der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) und der Stiftung SPI. Der Programmteil „Jugendgerechte Kommunikation und Antragsberatung“ wird verantwortet von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).

Nähere Informationen sind unter www.einhardrock.de zu finden.

Jede Menge Holz bei Baumpflege an der Berliner Straße

Rechtzeitig vor dem 31. März führte am heutigen Dienstag ein Gartenbau-Unternehmen im Auftrag der Stadt Baumpflege-Arbeiten an der Berliner Straße durch. In dem Gebiet rund um die Tischtennisplatte ist das Gelände auf städtischem Gebiet und gehört nicht zur Nassauischen Heimstätte.

Mehrere Mitarbeiter der Firma machten sich an den dortigen Bäumen zu schaffen. Unter anderem schnitt einer von ihnen auf einem Hubwagen stehend mehrere Äste. Ein zweiter sicherte ihn vorschriftsmäßig.

Auch wenn es sich nur um ein verhältnismäßig kleines Gebiet handelte, das gepflegt wurde, kam jede Menge Schnittholz zusammen.

Auch die Absperrung des Fuß- und Radfahrerwegs entsprach den gesetzlichen Vorschriften.

Karl-Heinz Riedel

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Mehr als 50 Teilnehmer beim Fastenbrechen im Culcha Club

Mehr als 50 Personen waren der Einladung der Organisatorinnen des Culcha Club am ersten Donnerstagabend des Ramadan ins Nachbarschaftshaus gefolgt. Sepideh Amirasavi Vita, eine der Verantwortlichen für den wöchentlichen Treffpunkt sagte, ihre Kolleginnen hätten bereits am Vormittag mit dem Kochen von Speisen für das gemeinsame Essen am Abend begonnen. Man habe zwar viele Leute muslimischen Glaubens eingeladen, aber sei sich nicht sicher gewesen, wie viele von ihnen tatsächlich kommen würden. Es sei zwar üblich, das die Eingeladenen selbst zubereitete Speisen mitbringen, aber das habe man nicht genau einschätzen können. Deshalb haben die Frauen vorsichtshalber mehr Essen vorgekocht.

Pünktlich zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs war im großen Saal des Nachbarschaftshauses ein großes Büffet aufgebaut. Einer der Jungen trug mit Gesang und Sprache ein Gebet vor. Danach reihte sich die Schlange vor den umfangreichen Köstlichkeiten ein. Darunter befanden sich viele Gerichte, die die Eingeladenen mitgebracht hatten.

Nachdem der Hunger bei allen gestillt war, wurden süße Leckereien angeboten. Dazu gab es schwarzen und köstlichen Kardamom-Tee. Die Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit dem umfangreichen Angebot des Abends. Ganze Familien mit Ursprung aus dem Iran oder Afghanistan befanden sich unter den Besuchern. Alle verließen schließlich das Nachbarschaftshaus froh, gesättigt  und zufrieden.

Karl-Heinz Riedel

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Aktionstag der Seligenstädter Merianschule zum Thema  Trickbetrüger

Die Jugendlichen informierten ältere Menschen auf dem Marktplatz über das Thema

Zwei Klassen der Merianschule in Seligenstadt organisierten einen Aktionstag, um ältere Menschen vor Trickbetrügern zu warnen. Mit Flyern, Comics und Plakaten informierten die Schülerinnen und Schüler  darüber, wie sie sich vor dem Enkeltrick, Schockanrufen und Betrügern schützen können. Die Aktion war Teil des „sozialgenial“-Projektes.

Mit dem Aktionstag beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler an der #Enkelhelden-Challenge der Polizei Hessen. Die Jugendlichen aus der 8b des Realschulzweigs und der 9b des Hauptschulzweigs waren sofort Feuer und Flamme, als ihre Klassenlehrerinnen Rebecca Smith und Ramona Zeller den Wettbewerb in ihren Klassen vorstellten – auch aus eigener Erfahrung: Einige ihrer Großeltern hatten bereits betrügerische Anrufe erhalten, aber auch bei ihnen selbst trafen schon fingierte WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy ein.

Kein Wunder, dass die Jugendlichen vor Ideen nur so sprudelten. Das Thema passte auch gut in den Ethik-Unterricht, wo gerade über Freiheit und Gerechtigkeit gesprochen wurde. Die konkrete Vorbereitung und Umsetzung fand an zwei Projekttagen statt. Diese hatten die beiden Lehrkräfte eigens bei der Schulleitung beantragt, um ein intensiveres Arbeiten zu ermöglichen. Für ihren Aktionstag gestalteten die Schülerinnen und Schüler einen Flyer und Plakate und zeichneten Comics; für die Teilnahme am Wettbewerb der Polizei drehten sie ein Video.

Dann ging es raus aus der Schule, um die Seniorinnen und Senioren auf der Straße zu informieren. In Geschäften und der Stadt-Apotheke wurden Informationszettel ausgelegt und Plakate aufgehängt. Auf dem Marktplatz gingen die Jugendlichen in kleinen Gruppen auf ältere Leute zu, sprachen sie auf die Gefahr an, Opfer von Trickbetrügern zu werden, und verteilten die Handzettel. Die Reaktionen waren positiv, es entstanden viele interessante Gespräche. Beide Seiten, die Jugendlichen wie die Senioren, erkannten, dass es wichtig ist, füreinander da zu sein und familieninterne Schutzmechanismen zu entwickeln, zum Beispiel Fragen zu stellen, die nur ein Angehöriger beantworten kann.

Schon während der Aktion auf dem Marktplatz fragten sich die Schülerinnen und Schüler, wie sie noch erfolgreicher sein könnten. In einer Jungengruppe hatten zum Beispiel alle ihre Kapuzen auf: „Das kommt nicht so gut an, wenn ihr mit einer Kapuze auf Leute zugeht“, riet ihnen Rebecca Smith. Manche hat es Überwindung gekostet, Fremde anzusprechen. Aber wenn man das ein-, zweimal gemacht habe, sei es gar nicht mehr schlimm, stellte ein Schüler fest.

Im nächsten Halbjahr wollen die beiden Klassen die Aktion wiederholen. Auch im Cura-Pflegehaus, einem Projektpartner der Merianschule, werden die Schüler die Informationszettel auslegen.

Schöner Nebeneffekt und Zeichen der Anerkennung: Eine Hauptkommissarin aus Offenbach, zuständig für Seniorenschutz, wurde auf das Projekt aufmerksam und hat die Schülerinnen und Schüler besucht. Sie bildet Trainer aus, die sich für die Prävention speziell für Senioren engagieren. Es ist gut möglich, dass es da zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit kommt.

Text bearbeitet von Sabine Müller

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Stark und selbstbewusst

Weltfrauentag wird im Nachbarschaftshaus mit Selbstbehauptungskurs, internationalem Büffet, Musik und Tanz gefeiert

Seligenstadts kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Verena May hatte am Weltfrauentag, 8. März, wieder ins Nachbarschaftshaus geladen. Als Besonderheit war in diesem Jahr ein Selbstbehauptungskurs plus Impulsvortrag mit Trainerin Maja Kuhn angekündigt. Zum Programm gehörten auch internationale Speisen, reger Austausch, Musik und Tanz.

Zum dreistündigen Kurs, der schon am Nachmittag startete, waren 15 Frauen im Alter von etwa 30 bis 60 Jahren gekommen. Sie erfuhren von Maja Kuhn, die seit 25 Jahren Selbstverteidigungskurse gibt, viel Interessantes zum Thema in Theorie und Praxis. „Die Eingangsfrage ist: Wo fängt Gewalt an?“, erläuterte die Trainerin im Gespräch nach dem Kurs. „Das können erst anzügliche Blicke sein, und sagt man nicht nein, steigert es sich.“ Es gehe darum, seine Grenzen kennenzulernen und die Distanz zu wahren – nicht nur mit Worten. „Die Teilnehmerinnen haben auch Griffe und Tritte als Abwehrmöglichkeiten gelernt“, informierte Maja Kuhn, die für Männer und Kinder ebenfalls Kurse anbietet (maja-kuhn.de).

„Wir haben in Zweiergruppen mit Pratzen geübt“, berichtete eine Teilnehmerin. Mit diesem Schlagpolster können beim Training auch kräftige Schläge ausgeteilt werden. Der Kurs sei recht kurzweilig gewesen, sagten zwei, die dabei waren: „Es ging darum, nach welchem Schema sich der Täter sein Opfer aussucht, und wie man selbstbewusst auftritt.“ Am besten sei es, dunkle Ecken und Unterführungen zu meiden und riskante Situationen möglichst schnell zu verlassen. „Wird man aber angegriffen, sollte man laut schreien und sich nicht erwartungsgemäß verhalten. Und wenn was passiert ist, den Mut haben, zur Polizei zu gehen.“

„Denkt daran: Ich bin nie schuld, wenn mir was passiert“, betonte Maja Kuhn letztlich im Impulsvortrag. Gehe die Gewalt vom Partner aus, müsse man sich bewusst machen: „Liebe, die weh tut, ist keine Liebe.“ Erlebe jemand immer wieder Gewalt, sollte man nicht tatenlos zusehen, sondern Hilfe anbieten: etwa Flyer mit Telefon-Kontakten oder beim Gang zur Polizei begleiten.

Im Anschluss der Veranstaltung des Frauennetzwerks Seligenstadt stießen rund 60 Gäste mit Sekt – mit und ohne Alkohol – auf den Frauentag an, probierten die internationalen Spezialitäten am großen Büffet und ließen bei Tanz und angeregten Gesprächen den Abend ausklingen. Sehenswert waren auch die Stellwände im Foyer, die gespickt waren mit Fotos, auf denen Frauen in vielen Ländern für ihre Rechte auf die Straße gegangen sind.

Sabine Müller

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