Ein großes und buntes Kinderfest

Der Platz der Freundschaft durfte zeigen, was auf ihm möglich sein kann. Die Initiative „Seligenstadt Füreinander“ hatte am 17. Juni 2024 alle Seligenstädter Kinder zum 1. Bayram-Kindefest eingeladen. Ganz viele Kinder, teils in Begleitung ihrer Eltern, waren gekommen.

Die Initiatorin von „Seligenstadt Füreinander“, Nursel Seilkopf, hatte alles gut vorbereitet. Ausgestattet mit einem Laufzettel konnten sich die Kinder an sechs verschiedenen Spielstationen erproben. Nach Durchlaufen des Parkour durften sich alle eine Tüte mit Gebäck oder auch eine Stange mit Zuckerwatte abholen. Nursel Seilkopf stand selbst an der Zuckerwatten Maschine: „Ich musste erst lernen, wie das funktioniert, inzwischen klappt es schon ganz gut.“

Auch das Spielmobil vom Kinderklub der evangelischen Kirchgemeinde war mit seinem Spieleangebot auf dem Platz. So war allseits ein buntes Treiben zu beobachten.

Anlass für das Kindefest war das Opferfest, das für viele islamische Familien als wichtigstes religiöses Fest gilt. Hintergrund ist die Geschichte von Ibrahim beziehungsweise Abraham, der bereit war, seinen Sohn zu opfern. Im Koran wird dabei an Ismael gedacht, in der Bibel wird die Geschichte von Isaak erzählt. In beiden Fassungen gebietet Gott, den Sohn nicht zu opfern. Die Geschichte zeigt: Die islamische und die christliche Religion sind verwandt.

Text: Jürgen Schneider, Claus Ost
Fotos: Jürgen Schneider

Bayram-Kinderfest

Zum 1. Niederfelder Bayram-Kinderfest lädt die Initiative „Seligenstadt Füreinander“ am 17. Juni 2024 alle Seligenstädter Kinder ab 15 Uhr auf den Platz der Freundschaft in der Berliner Straße ein.
Mit dabei ist das Spielmobil des Kinderclubs.

Anlass ist das Opferfest, das für viele islamische Familien als wichtigstes religiöses Fest gilt. Hintergrund ist die Geschichte von Ibrahim beziehungsweise Abraham, der bereit war, seinen Sohn zu opfern. Im Koran wird dabei an Ismael gedacht, in der Bibel wird die Geschichte von Isaak erzählt. In beiden Fassungen gebietet Gott, den Sohn nicht zu opfern.

Claus Ost

Eine Wimpelkette gegen Gewalt

Seligenstadt, 12.06.2024.

Heute fand vor dem Nachbarschaftshaus eine ganz besondere Versammlung statt. Familien aus dem Niederfeld, die sich regelmäßig zum Basteln und Kochen im Nachbarschaftshaus treffen, hatten über den Mord an einem Polizisten in Mannheim gesprochen. Fast alle Teilnehmer an den regelmäßigen Treffen haben Migrationshintergrund, mit dabei sind auch Geflüchtete aus Afghanistan. Spontan beschlossen sie, eine Wimpelkette gegen Gewalt zu basteln und sie als Zeichen ihrer mitfühlenden Trauer um den getöteten Polizisten und als Demonstration gegen Gewalttaten vor dem Nachbarschaftshaus aufzuhängen.

Alle, die davon erfuhren, ob im Nachbarschaftshaus, ob in der Verwaltung der Stadt Seligenstadt, ob bei der Polizei oder den Nachbarn, zeigten spontan ihre Unterstützung. So kam es heute zum Aufhängen der Wimpelkette und zu einer ergreifenden Situation bei der Begegnung der Teilnehmer mit dem Leiter der Polizeistation Seligenstadt. Zum Gedenken an den in Mannheim getöteten Kollegen übergaben die teilnehmenden Familien dem Dienstellenleiter rote Rosen. Mit ergreifenden Worten brachten sie zum Ausdruck, wie dankbar sie sind, in einem friedlichen Deutschland leben zu können und wie sehr sie die schreckliche Tat verabscheuen. Es war eine sehr beeindruckende Begegnung.

Text und Fotos Jürgen Schneider

Pläne gab es schon 1926      

Mainbrücke an Tankstelle Sattler oder Amalia-Siedlung wäre denkbar

Seit 2023 erleben wir immer wieder, dass man mit der Seligenstädter Mainfähre tage- und wochenlang nicht über den Fluss kommt. Ob Probleme mit der Technik oder Hochwasser: Ärgerlich ist es in jedem Fall. Selbst wenn Fährbetrieb möglich ist, gibt es ihn nur wenige Stunden am Tag. Doch in Seligenstadt gibt es keine andere Möglichkeit, den Main zu queren.

Erst etliche Kilometer mainabwärts gibt es einen schmalen Steg über die Schleuse Krotzenburg -aber nur für fitte Fußgänger und Radfahrer, die genügend Kraft haben, ihr Rad steile Treppen hochzuwuchten.  Mainaufwärts können Nicht-Motorisierte nach fünf Kilometern die Kilianusbrücke Mainflingen nutzen.

Ich kann gut verstehen, dass man am Maintor keine Brücke will. Sie würde die Fähre verdrängen und die Ansicht Seligenstadts mit Basilika und Altstadt beeinträchtigen. Obendrein wären da die Rampen ein Problem; denn die Brücke muss hoch über den Main geführt werden, damit auch hohe Schiffe passieren können.

Wenn man auf die topografische Karte schaut, liegen bei der Tankstelle Sattler und dem gegenüberliegenden Radweg auf der bayrischen Seite die Hochufer des Mains recht dicht zusammen. Dazwischen sind rund 150 Meter, und man bräuchte keine Brückenrampen. Eine filigrane Brücke reicht für Fußgänger und Radfahrer.

Die breite Stichstraße neben der Tankstelle Sattler kann geradezu auf die neue Brücke führen.
Denkbar wäre auch eine Brücke vom Lachenwörthsweg aus. Allerdings ist die Passage zwischen den Häusern der Amalia-Siedlung recht schmal.

Das malerische Main-Panorama Seligenstadts bliebe erhalten. Die Fähre könnte weiter für Touristen, Ausflügler und Kraftfahrzeuge fahren und hätte dort ihren Sinn. Fußgänger, Rad- und Rollstuhlfahrer hätten zu jeder Zeit eine bequeme und sichere Verbindung sowohl nach Kahl als auch nach Großwelzheim.   

Übrigens: Schon vor über 100 Jahren war eine Brücke geplant für eine Eisenbahn von Kahl übers Niederfeld Richtung Froschhausen.  Nach der Weltwirtschaftskrise wurden diese Pläne nicht weiterverfolgt. Stattdessen schmiedete man 1926 den Plan, anstelle der Seligenstädter Mainfähre eine Straßenbrücke zu bauen. Es war sogar schon Geld bereitgestellt. Aber zwei Jahre später erhielt Seligenstadt nur eine neue Fähre.

Franz Roski

Zwei Standorte für eine mögliche Flussquerung

Skizze: Franz Roski auf der Basis von openstreetmap.org

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Jede Menge Holz bei Baumpflege an der Berliner Straße

Rechtzeitig vor dem 31. März führte am heutigen Dienstag ein Gartenbau-Unternehmen im Auftrag der Stadt Baumpflege-Arbeiten an der Berliner Straße durch. In dem Gebiet rund um die Tischtennisplatte ist das Gelände auf städtischem Gebiet und gehört nicht zur Nassauischen Heimstätte.

Mehrere Mitarbeiter der Firma machten sich an den dortigen Bäumen zu schaffen. Unter anderem schnitt einer von ihnen auf einem Hubwagen stehend mehrere Äste. Ein zweiter sicherte ihn vorschriftsmäßig.

Auch wenn es sich nur um ein verhältnismäßig kleines Gebiet handelte, das gepflegt wurde, kam jede Menge Schnittholz zusammen.

Auch die Absperrung des Fuß- und Radfahrerwegs entsprach den gesetzlichen Vorschriften.

Karl-Heinz Riedel

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Mehr als 50 Teilnehmer beim Fastenbrechen im Culcha Club

Mehr als 50 Personen waren der Einladung der Organisatorinnen des Culcha Club am ersten Donnerstagabend des Ramadan ins Nachbarschaftshaus gefolgt. Sepideh Amirasavi Vita, eine der Verantwortlichen für den wöchentlichen Treffpunkt sagte, ihre Kolleginnen hätten bereits am Vormittag mit dem Kochen von Speisen für das gemeinsame Essen am Abend begonnen. Man habe zwar viele Leute muslimischen Glaubens eingeladen, aber sei sich nicht sicher gewesen, wie viele von ihnen tatsächlich kommen würden. Es sei zwar üblich, das die Eingeladenen selbst zubereitete Speisen mitbringen, aber das habe man nicht genau einschätzen können. Deshalb haben die Frauen vorsichtshalber mehr Essen vorgekocht.

Pünktlich zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs war im großen Saal des Nachbarschaftshauses ein großes Büffet aufgebaut. Einer der Jungen trug mit Gesang und Sprache ein Gebet vor. Danach reihte sich die Schlange vor den umfangreichen Köstlichkeiten ein. Darunter befanden sich viele Gerichte, die die Eingeladenen mitgebracht hatten.

Nachdem der Hunger bei allen gestillt war, wurden süße Leckereien angeboten. Dazu gab es schwarzen und köstlichen Kardamom-Tee. Die Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit dem umfangreichen Angebot des Abends. Ganze Familien mit Ursprung aus dem Iran oder Afghanistan befanden sich unter den Besuchern. Alle verließen schließlich das Nachbarschaftshaus froh, gesättigt  und zufrieden.

Karl-Heinz Riedel

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Aktionstag der Seligenstädter Merianschule zum Thema  Trickbetrüger

Die Jugendlichen informierten ältere Menschen auf dem Marktplatz über das Thema

Zwei Klassen der Merianschule in Seligenstadt organisierten einen Aktionstag, um ältere Menschen vor Trickbetrügern zu warnen. Mit Flyern, Comics und Plakaten informierten die Schülerinnen und Schüler  darüber, wie sie sich vor dem Enkeltrick, Schockanrufen und Betrügern schützen können. Die Aktion war Teil des „sozialgenial“-Projektes.

Mit dem Aktionstag beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler an der #Enkelhelden-Challenge der Polizei Hessen. Die Jugendlichen aus der 8b des Realschulzweigs und der 9b des Hauptschulzweigs waren sofort Feuer und Flamme, als ihre Klassenlehrerinnen Rebecca Smith und Ramona Zeller den Wettbewerb in ihren Klassen vorstellten – auch aus eigener Erfahrung: Einige ihrer Großeltern hatten bereits betrügerische Anrufe erhalten, aber auch bei ihnen selbst trafen schon fingierte WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy ein.

Kein Wunder, dass die Jugendlichen vor Ideen nur so sprudelten. Das Thema passte auch gut in den Ethik-Unterricht, wo gerade über Freiheit und Gerechtigkeit gesprochen wurde. Die konkrete Vorbereitung und Umsetzung fand an zwei Projekttagen statt. Diese hatten die beiden Lehrkräfte eigens bei der Schulleitung beantragt, um ein intensiveres Arbeiten zu ermöglichen. Für ihren Aktionstag gestalteten die Schülerinnen und Schüler einen Flyer und Plakate und zeichneten Comics; für die Teilnahme am Wettbewerb der Polizei drehten sie ein Video.

Dann ging es raus aus der Schule, um die Seniorinnen und Senioren auf der Straße zu informieren. In Geschäften und der Stadt-Apotheke wurden Informationszettel ausgelegt und Plakate aufgehängt. Auf dem Marktplatz gingen die Jugendlichen in kleinen Gruppen auf ältere Leute zu, sprachen sie auf die Gefahr an, Opfer von Trickbetrügern zu werden, und verteilten die Handzettel. Die Reaktionen waren positiv, es entstanden viele interessante Gespräche. Beide Seiten, die Jugendlichen wie die Senioren, erkannten, dass es wichtig ist, füreinander da zu sein und familieninterne Schutzmechanismen zu entwickeln, zum Beispiel Fragen zu stellen, die nur ein Angehöriger beantworten kann.

Schon während der Aktion auf dem Marktplatz fragten sich die Schülerinnen und Schüler, wie sie noch erfolgreicher sein könnten. In einer Jungengruppe hatten zum Beispiel alle ihre Kapuzen auf: „Das kommt nicht so gut an, wenn ihr mit einer Kapuze auf Leute zugeht“, riet ihnen Rebecca Smith. Manche hat es Überwindung gekostet, Fremde anzusprechen. Aber wenn man das ein-, zweimal gemacht habe, sei es gar nicht mehr schlimm, stellte ein Schüler fest.

Im nächsten Halbjahr wollen die beiden Klassen die Aktion wiederholen. Auch im Cura-Pflegehaus, einem Projektpartner der Merianschule, werden die Schüler die Informationszettel auslegen.

Schöner Nebeneffekt und Zeichen der Anerkennung: Eine Hauptkommissarin aus Offenbach, zuständig für Seniorenschutz, wurde auf das Projekt aufmerksam und hat die Schülerinnen und Schüler besucht. Sie bildet Trainer aus, die sich für die Prävention speziell für Senioren engagieren. Es ist gut möglich, dass es da zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit kommt.

Text bearbeitet von Sabine Müller

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