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Seveso im Niederfeld

Der Bebauungsplan für das Marktzentrum an der Steinheimer Straße und Gewerbebetriebe an der Ellenseestraße verzögert sich, weil es da einen Seveso-Betrieb gibt und ein Gutachten einzuarbeiten sei.  So steht es auf der Website der Stadt:  https://www.seligenstadt.de/aktuelles/pressemitteilungen/01-2024/jahresrueckblick-2023-stadtentwicklung/

Was steckt dahinter?

Seveso ist eine Stadt nördlich Mailands (Italien). In einem nahen Chemiewerk wurde 1976 nach einem Wärmestau Überdruck abgelassen. So verbreitete sich sehr giftiges Dioxin in ein 6 Kilometer langes und 1 Kilometer breites Gebiet.  Da verdorrten Pflanzen, es wurden 3.300 Tierkadaver gefunden.  Über 200 Menschen erkrankten an schwerer Chlorakne und Krebs, und es gab unklare Todesfälle.

Das Gebiet wurde gesperrt. Über 700 Bewohner wurden evakuiert; Betriebe, Schulen, Häuser geschlossen.

Seveso wurde namensgebend für europäische und deutsche Richtlinien, die schwere Gefahren mit gefährlichen Stoffen beherrschbar machen sollen. Die deutsche Störfall-Verordnung ist anzuwenden, wenn in Betrieben Mengen gefährlicher Stoffe oder Stoffgemische vorkommen. Die Öffentlichkeit ist zu informieren. 

siehe zum Beispiel  https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rfall-Verordnung .

Zwischen Ellensee-, Friedrich-Ebert- und Wilhelm-Leuschner-Straße liegt im Niederfeld die Firma LKS Kronenberger, die 145 Mitarbeiter beschäftigt und die unter die Störfall-Verordnung fällt.

Sie hat ausführliche Sicherheitsinformationen veröffentlicht:

https://www.lks-kronenberger.de/_pdf/sicherheitsinformationen.pdf

Da steht auch, was man tun soll, falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Alarm geben sollte:

Am wichtigsten: im Haus bleiben, Fenster schließen und Informationen verfolgen.

Weil im Januar 2024 veröffentlichten Jahresrückblick der Stadt

https://www.seligenstadt.de/aktuelles/pressemitteilungen/01-2024/jahresrueckblick-2023-stadtentwicklung

vom „inzwischen erstellten Seveso-Gutachten … für das Planungsgebiet westlich der Steinheimer Straße“ gesprochen wird, hat die Redaktion danach gefragt.  Von den Zentralen Diensten der Stadt kam als Antwort (am 29.2.):

„Das Gutachten ist tatsächlich noch nicht final fertig. Wenn das der Fall ist, wird dieses sowie weitere noch in Bearbeitung befindliche Gutachten im Rahmen des Bauleitplanverfahrens öffentlich ausgelegt, für jedermann einsehbar auf unserer Homepage. Wann genau das der Fall ist, können wir im Moment noch nicht sagen.“

Soweit der öffentlich einsehbare Sachstand.

Im Mai 2024 habe ich nochmals um das Gutachten und eventuelle weitere Dokumente zu dieser Frage gebeten.

Die Stadtverwaltung hat ausführlich geantwortet, dass das Bauleitplanungsverfahren noch im Gange sei und deshalb Dokumente und Planungs-Unterlagen erst dann veröffentlicht werden dürften, wenn die Stadtverordnetenversammlung es beschlossen habe.

Kein Wort von Seveso.

Franz Roski

Kommentar:

Die Antwort der Stadt befriedigt mich nicht. Ich merke, dass der Stadt bereits ein Seveso-Gutachten vorliegt, welches sie aber nicht veröffentlichen will.

Die Presse und die Bürger haben doch einen Anspruch, das Gutachten zu kennen, das mit öffentlichen Mitteln erstellt wurde und das jeden betrifft, der sich in diesem Gebiet aufhält.

Nach der Antwort der Stadtverwaltung geht es nur noch um die Bauleitplanung und deren Verfahren.

Das Seveso-Gutachten ist eine von der Bauleitplanung unabhängige Vorfrage, die anscheinend schon geklärt ist. Das könnte schon veröffentlicht werden.

Franz Roski    16.5.2024 

Pläne gab es schon 1926      

Mainbrücke an Tankstelle Sattler oder Amalia-Siedlung wäre denkbar

Seit 2023 erleben wir immer wieder, dass man mit der Seligenstädter Mainfähre tage- und wochenlang nicht über den Fluss kommt. Ob Probleme mit der Technik oder Hochwasser: Ärgerlich ist es in jedem Fall. Selbst wenn Fährbetrieb möglich ist, gibt es ihn nur wenige Stunden am Tag. Doch in Seligenstadt gibt es keine andere Möglichkeit, den Main zu queren.

Erst etliche Kilometer mainabwärts gibt es einen schmalen Steg über die Schleuse Krotzenburg -aber nur für fitte Fußgänger und Radfahrer, die genügend Kraft haben, ihr Rad steile Treppen hochzuwuchten.  Mainaufwärts können Nicht-Motorisierte nach fünf Kilometern die Kilianusbrücke Mainflingen nutzen.

Ich kann gut verstehen, dass man am Maintor keine Brücke will. Sie würde die Fähre verdrängen und die Ansicht Seligenstadts mit Basilika und Altstadt beeinträchtigen. Obendrein wären da die Rampen ein Problem; denn die Brücke muss hoch über den Main geführt werden, damit auch hohe Schiffe passieren können.

Wenn man auf die topografische Karte schaut, liegen bei der Tankstelle Sattler und dem gegenüberliegenden Radweg auf der bayrischen Seite die Hochufer des Mains recht dicht zusammen. Dazwischen sind rund 150 Meter, und man bräuchte keine Brückenrampen. Eine filigrane Brücke reicht für Fußgänger und Radfahrer.

Die breite Stichstraße neben der Tankstelle Sattler kann geradezu auf die neue Brücke führen.
Denkbar wäre auch eine Brücke vom Lachenwörthsweg aus. Allerdings ist die Passage zwischen den Häusern der Amalia-Siedlung recht schmal.

Das malerische Main-Panorama Seligenstadts bliebe erhalten. Die Fähre könnte weiter für Touristen, Ausflügler und Kraftfahrzeuge fahren und hätte dort ihren Sinn. Fußgänger, Rad- und Rollstuhlfahrer hätten zu jeder Zeit eine bequeme und sichere Verbindung sowohl nach Kahl als auch nach Großwelzheim.   

Übrigens: Schon vor über 100 Jahren war eine Brücke geplant für eine Eisenbahn von Kahl übers Niederfeld Richtung Froschhausen.  Nach der Weltwirtschaftskrise wurden diese Pläne nicht weiterverfolgt. Stattdessen schmiedete man 1926 den Plan, anstelle der Seligenstädter Mainfähre eine Straßenbrücke zu bauen. Es war sogar schon Geld bereitgestellt. Aber zwei Jahre später erhielt Seligenstadt nur eine neue Fähre.

Franz Roski

Zwei Standorte für eine mögliche Flussquerung

Skizze: Franz Roski auf der Basis von openstreetmap.org

Ideen für den Platz der Freundschaft

Wie kann der Platz der Freundschaft lebendiger werden?

Das hatten wir in der 36. Ausgabe des Niederfeld-Rundblicks im Sommer 2023 gefragt.

Dazu haben wir beim Rundblick-Fest am 21. Juli, beim Stadtteil-Fest am 9. September und als Reaktionen auf unseren Zeitungsartikel Vorschläge bekommen, die wir hier zusammengefasst haben.

Vorgehen:

  • Arbeitskreis/Projektgruppe, die mit eigener Arbeit & Ideen den Platz umgestalten (Menschen aktivieren aus unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen)

Der Platz belebt sich dadurch selbst!

Gestaltung:

  • Man kann bei keinem Wetter auf den Bänken sitzen, bei Hitze kein Sonnenschutz geschweige denn bei Regen für ältere Mitbürger
  • Kein schöner Platz zum Verweilen. Denn die Wege sind für Radfahrer eine Rennstrecke.
    • Hinweis auf- absteigen vom Rad. Beschilderung als Fußgängerzone.
  • Beschilderung des Platzes, damit auch in Karten steht, wie der Platz heißt.
  • Keine Versiegelung.
  • Die Anlage komplett verändern:
  • Statt Beton:
  • Ein kleiner Park mit Ruhebänken, Bocciabahn und Schachbrett
  • Ein kleiner Springbrunnen, oder eine Kneipp-Anlage

(hierfür wurde z.B. in Steinheim ein Verein gegründet)

  • mehr Grün-Gestaltung – z. B. Baum in der Mitte mit Bank drumherum, Bepflanzung, Rasen, Kies.
  • Kneipp-Anlage (gibt meines Wissens in Seligenstadt bisher gar keine)
  • Erschaffung Schatten durch Bäume. Bänke durch Sitzwürfel ersetzen.
  • Statt die lange Bank zu reparieren, neue und andere Sitzmöglichkeiten schaffen: Kleine Bänke im Rund/Halbrund, die einander zugeordnet sind.
  • Brunnen in der Mitte des Platzes mit weiteren Sitzgelegenheiten, z. B. geschwungene Holzliegen, Lounge
  • Spielplatz
  • Regelmäßige Wartung vom Trampolin.

Ladenlokale:

–           Eines der leeren Ladenlokale als Verkaufsraum für verschiedene Produkte organisieren, wie „My Fach“ privat oder über eine Initiative mit dem Nachbarschaftshaus oder einen Verein…

z. B. Honig, Marmeladen oder Kunsthandwerk von verschiedenen Leuten

  • Tegut Mini Filiale
  • Eisdiele + Cafè Haas mit schönerer Gartenbestuhlung
  • Pizzabäcker m. kl. Biergarten
  • Ersatz für das China Restaurant
    • Griechisches Restaurant
    • Tapas Bar
    • Kroatisches Restaurant

Jeweils mit Sitzgelegenheiten im Außenbereich

  • Ganztägige Bäckerei (Haas) mit Café, die außer Kuchen, Torten, belegte Brötchen auch ein kleines Eisangebot hat
  • Ehemaliger Uslu Markt
    • Kiosk
    • Fischgeschäft (Frisch Fisch) mit dem Angebot einer Tageskarte Bsp. Backfisch im Brötchen, etc.
    • Glutenfreier Supermarkt mit großem Sortiment und auch entsprechenden frischen Backwaren (Brot, Brötchen, etc.)

Veranstaltungen:

  • Wochenmarkt mit Hähnchengrill, Fischstand o. ä.  
  • Flohmärkte, 2x jährlich

Neuer Sand für den Spielplatz

Zum Spielplatz in der Danziger Straße hat uns Vanessa Heeg einen Brief weitergeleitet, den sie an den Bürgermeister Daniell Bastian geschrieben hat.

Sehr geehrter Herr Bastian,

ich melde mich nun leider persönlich bei ihnen, da mehrere Aufrufe an das Garten- und Landschaftsamt unbeantwortet blieben. Es bezieht sich auf den Spielplatz in der Danziger Straße in Seligenstadt. Wir Mütter lieben diesen Spielplatz, allerdings wurde seit mehreren Jahren der Sand dort nicht aufgefüllt und die Wurzeln ragen raus und kaum noch Sand ist verfügbar für die Kinder. Viele Hunde haben mittlerweile ihr Geschäft hier zurückgelassen und für die Kinder ist das absolut nicht schön mehr. Ich bitte sie hiermit, sich darum zu kümmern, dass hier neuer Sand aufgefüllt wird und Unkraut an der Rutsche entfernt wird, da dieser Spielplatz leider kein bisschen gepflegt wird – obwohl er gerade im Sommer so schön Schatten bietet für die Kinder und die Wasser Pumpe sehr beliebt ist. Ich danke ihnen und hoffe auf baldige Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen,

Vanessa Heeg

Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Spielplätzen im Niederfeld?

Eine gute Gelegenheit zum Austausch gibt es bei unserem Rundblick-Fest am Freitag, 21. Juli.