Stromnetz wird ausgebaut

Seit 2019 bauen der lokale Stromversorger EVO = Energieversorgung Offenbach und der Netzbetreiber ENO = Energie-Netze Offenbach an dem größten Projekt der 175jährigen Firmengeschichte, an dem Ausbau des Hochspannungsnetzes rund um Seligenstadt.

Bis 2031 soll die Kapazität des gesamten Stromnetzes verdoppelt werden.

Wesentliche Elemente sind:

1.) Ausbau des Umspannwerks Seligenstadt.

2.) Bessere Verbindung zwischen Umspannwerk Seligenstadt und der bayrischen Seite.

3.) Erweiterung des Umspannwerks auf bayrischer Seite

4.) Neues Umspannwerk Offenbach-Waldheim.

1.) Ausbau des Umspannwerks Seligenstadt

Das Umspannwerk Seligenstadt an der Steinheimer Straße, gegenüber der Tankstelle Sattler und Schneider Electronics, versorgt auch Mainhausen und Hainburg.

Allein in die Modernisierung des Seligenstädter Umspannwerks sollen rund 3,5 Millionen Euro investiert werden. Dort werden demnächst die technischen Voraussetzungen für den Anschluss von weiteren Leitungen und den Bau von neuen Transformatoren geschaffen.

Im Verlauf des Jahres 2023 installieren Fachleute dann unter anderem sechs zusätzliche Mess-Transformatoren, die im Fachjargon „Wandler“ oder „Mess-Wandler“genannt werden. Diese Geräte sind rund drei Meter hoch und jeweils 350 Kilogramm schwer, wie EVO-Technikvorstand Weiß berichtete. Diese Geräte messen weitgehend ohne Verluste die Ströme, die durch Stromleitungen fließen.

Dazu kommen große Schaltanlagen sowie umfangreiche Steuerungs- und Schutztechnik.

„Insgesamt wird das Umspannwerk nicht nur leistungsfähiger, sondern auch digitaler und sicherer“, hob Weiß weiter hervor.

Durch die die neuen Anlagen wird die Fläche des Umspannwerks um etwa ein Drittel erweitert.

Von der Ellenseestraße aus kann man diese Erweiterung sehen:  Die neuen Anlagen beginnen gleich hinter dem Parkplatz der „Burg Wirbelwind“.

2.) Verstärkung der Stromleitungen zum Umspannwerk „Dettingen“ in Großwelzheim

Was in Fachdokumenten, in der Presse und auf Karten als „Umspannwerk Dettingen“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit das Umspannwerk im nordwestlichsten Zipfel der Gemarkung Großwelzheim, bis kurz vor die Gemeindegrenze zu Kahl am Main.

Es ist rechtsmainisch nur jeweils 100 Meter vom Gustavsee, der Gemeindegrenze zu Kahl und dem Mainufer entfernt. Man sieht es, wenn man ganz im Norden Seligenstadts oder vom angrenzenden Klein-Krotzenburger Gebiet über den Main schaut.  

Dieses bayrische Umspannwerk wurde vor 100 Jahren errichtet, damit das damalige Braunkohlen-Kraftwerk der Zeche Gustav seinen Strom bis nach Aschaffenburg und Darmstadt leiten konnte.

Jenes Kraftwerk nannte man „Dettingen“, und das wurde auch der Name der Umspannstation.

Ab 1941 wurde das Kraftwerk auf Steinkohle umgerüstet. Kraftwerk und Umspannanlagen wurden mehrfach erweitet, ab 1958 auch um das Versuchsatomkraftwerk Kahl (VAK). Alle Kraftwerke sind mittlerweile abgerissen, nur die Umspannanlage namens „Dettingen“ gibt es noch.

Von diesem bayrischen Umspannwerk gibt es schon zwei Leitungen nach Seligenstadt. Diese sollen erneuert werden.

Spektakulär und zunächst auffallend war, dass entlang der bereits bestehenden Trasse drei neue Hochspannungskabel mit einem Durchmesser von jeweils 40 Zentimetern verlegt wurden, unter dem Main hindurch.

Für diesen Kabeldüker hatte sich ein riesiger Bohrer auf einer Länge von 230 Metern etwa zehn Meter unter der Mainsohle von der hessischen zur bayerischen Mainseite durchgegraben. In dem 70 bis 90 Zentimeter großen Bohrtunnel finden anschließend die Leitungen Platz.

Von dem Kabeldüker unter dem Main zum Umspannwerk Seligenstadt werden die Hochspannungskabel ebenfalls unterirdisch verlegt. Dazu wurden zunächst im Spülverfahren unterirdisch Rohre verlegt, durch die dann die Kabel gezogen werden.  In den letzten Monaten konnte man auf den Mainwiesen unterhalb des Lachenwörthsweges die riesige Spülbohrmaschine sehen, die die schwarzen Kunststoff-Rohre unter die Mainwiesen spülte.  Einen Graben für die Kabel brauchte es dann nicht mehr.  Wenn alles fertig ist, wird man von den unterirdischen Kabeln nichts mehr sehen, obwohl sie entlang des Mainradweges nach Klein-Krotzenburg verlaufen.

Diese Tiefbauarbeiten sollen bis Ende Januar 2023 abgeschlossen sein.

So werden dann drei neue, zusätzliche 110 kV-Starkstromkabel vom bayrischen Umspannwerk „Dettingen“ unter dem Main hindurch zum Umspannwerk Seligenstadt führen.

3.) Ausbau des bayrischen Umspannwerks

Inzwischen kann man sehen, dass auf der bayrischen Seite, nördlich des alten Umspannwerks „Dettingen“, weitere Schalt- und Umspann-Anlagen errichtet werden, hinter der Stelle, wo der Kabeldüker auf der bayrischen Seite ankommt.  Auf jener Seite wird also ebenfalls verstärkt und ausgebaut. 

4.) Neues Unterwerk Offenbach-Waldheim

Wie bereits erwähnt, werden auch die technischen Anlagen der Umspannwerke erneuert.  Im Osten Offenbachs entsteht im Ortsteil Waldheim zudem ein ganz neues zusätzliches Unterwerk. 

Im Internet habe ich dazu gefunden:

https://www.op-online.de/region/seligenstadt/rekordinvestition-ins-seligenstaedter-hochspannungsnetz-91892014.html

https://www.evo-ag.de/technik-umwelt/ausbau-hochspannungsnetz?acc-open=1

https://www.evo-ag.de/technik-umwelt/ausbau-hochspannungsnetz?acc-open=2

https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Dettingen

https://mapcarta.com/de/W42372159

Ich bin ab Oktober 2022 mehrfach zu den Baustellen in Seligenstadt und Klein-Krotzenburg gefahren und habe fotografiert, zuletzt am 17. 1. 2023.

Franz Roski    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert