Parteien zur Wahl
Diese Positionen gibt es zur Politik in Seligenstadt
Vor der Kommunalwahl haben wir die Parteien, die 2021 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurden, befragt:
- Was werden Sie dafür tun, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Seligenstadt besser gedeckt wird?
- Durch welche Maßnahmen wollen Sie erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich aktiver an Gestaltung und Umsetzung öffentlicher Projekte beteiligen? Bitte erläutern Sie das zum Beispiel an der Entwicklung des Jahnsportplatzgeländes.
- Wie werden Sie die Schulwege zu Fuß und mit dem Fahrrad sicherer gestalten? Bitte erläutern Sie das am Beispiel des Schulwegs aus dem Niederfeld zur Konrad-Adenauer-Schule.
- Was werden Sie dafür tun, um den Platz der Freundschaft zu einem belebten Begegnungsort zu gestalten?
- Welche weiteren Ideen haben Sie, um die Lebensqualität im Niederfeld zu verbessern?
Die Antworten zu den letzten beiden Fragen sind in der 39. Ausgabe des Rundblicks abgedruckt.
Zu den Fragen 1 – 3 erhielten wir folgende Stellungnahmen:
- Was werden Sie dafür tun, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Seligenstadt besser gedeckt wird?
CDU
Bezahlbarer Wohnraum steht aus Sicht der CDU Seligenstadt auf zwei grundlegenden Pfeilern: dem Erhalt und die Modernisierung des bestehenden Wohnraums sowie dem gezielten Neubau zusätzlicher Wohnungen. Beide Ansätze sind notwendig, um dem steigenden Bedarf dauerhaft gerecht zu werden
Seit Jahren investiert die Stadt Seligenstadt sämtliche Mieteinnahmen aus ihren eigenen Sozialwohnungen konsequent in deren Instandhaltung und Modernisierung. Dieses Engagement trägt dazu bei, den bestehenden Wohnraum langfristig zu sichern. Die grundlegende Problematik des Wohnungsmangels lässt sich jedoch nur durch zusätzlichen Neubau lösen.
Die CDU Seligenstadt setzt sich deshalb klar für neuen Wohnungsbau ein. Im Bereich Westring befürworten wir die Entwicklung eines Neubaugebiets für alle Gesellschaftsschichten – von Einfamilienhäusern mit Garten bis hin zu Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau.
Gerade bei größeren städtischen Bauprojekten, insbesondere im Geschosswohnungsbau, setzt sich die CDU dafür ein, dass bezahlbarer Wohnraum verbindlich mitgedacht wird. So stellen wir sicher, dass neue Quartiere sozial ausgewogen entstehen und Wohnraum auch für Menschen mit mittleren und geringeren Einkommen verfügbar bleibt.
FDP
Wir wollen den Wohnungsmarkt entspannen, ohne die Identität unserer Stadtteile zu zerstören. Das bedeutet für uns: maßvolle Nachverdichtung („Innenentwicklung vor Außenentwicklung“), die Entwicklung des Baugebiets am Westring mit einem Mix aus frei finanziertem, preisgedämpftem und gefördertem Wohnraum sowie eine enge Verzahnung mit Kitas, Schulen und Infrastruktur. Dieses Baugebiet wird damit auch den Wohnraum in der gesamten Stadt entlasten. So schaffen wir Perspektiven für Familien, Ältere und Menschen mit kleinerem Einkommen.
Grüne
Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Seligenstadt auch für Familien, Alleinerziehende, Auszubildende, Studierende und Senior*innen bezahlbar bleibt. Das Niederfeld darf kein Ort für Wohnraum Spekulation sein. Konkret wollen wir:
- die Innenentwicklung vor Außenentwicklung stärken, z. B. durch Nachverdichtung, Aufstockungen und die Nutzung brachliegender Flächen, ohne wertvolle Grün- und Ackerflächen weiter zu versiegeln,
- bei Neubauprojekten konsequent eine Quote für geförderten Wohnungsbau verankern,
- die Weiterentwicklung von Flächen sollte möglichst durch die städtische Hand erfolgen durch die Stärkung der Kooperationen mit gemeinwohlorientierten Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften ausbauen,
- bestehende Förderprogramme von Land und Bund aktiv nutzen und die Stadtverwaltung dabei personell gut aufstellen,
- innovative Wohnformen wie Mehrgenerationenwohnen, gemeinschaftliche Wohnprojekte und kleinere, flächensparende Grundrisse unterstützen.
SPD
Bezahlbarer Wohnraum ist für uns seit vielen Jahren eines der zentralen Themen unserer politischen Arbeit. Wir setzen uns bereits lange für die Gründung einer eigenen städtischen Baugesellschaft ein, die unabhängig von Renditeinteressen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen und sichern kann. Dort wo auf städtischen Flächen ein eigenes Bauen nicht möglich ist, muss zum Dauerhaften Erhalt außerdem über Erbpacht-Modelle eine Lösung gefunden werden. Darüber hinaus halten wir eine verbindliche Quote von 20 % gefördertem Wohnraum bei Neubauprojekten ab fünf Wohneinheiten für ein sinnvolles und wirksames Instrument, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Ergänzend wollen wir vorhandene Flächen besser nutzen, Nachverdichtung sozialverträglich gestalten und Förderprogramme von Bund und Land konsequent ausschöpfen.
FWS
Wir Freie Wähler sorgen dafür, dass bei zukünftigen Projekten eine Quote für bezahlbaren Wohnraum berücksichtigt wird. Das ist unseres Erachtens der größte Hebel, den wir als Kommune habe. Ansonsten wären Anreize bezahlbaren Mietraum im Altbestand zu aktivieren ein guter Schritt, doch kann man hier keine Vorschriften machen, nur auf die Eigeninitiative privater Vermieter hoffen.
Die Linke
Sicheres, bezahlbares Wohnen darf kein Luxus sein. Der Mietspiegel in ganz Seligenstadt steigt seit Jahren, wobei die Qualität der Wohnungssituation stetig nachlässt. Solange öffentliches Bauland an private Investor*innen verkauft und nicht für eigene Projekte genutzt wird, wird sich an diesem Problem nichts ändern. Die Einführung einer Sozialwohnungsquote bei Neubauten von 50 % sollte daher keine Utopie sein, um den steigenden Bedarf decken zu können. Zu diesem Zweck kann eine städtische Wohnungsbaugenossenschaft gegründet werden, so wie es in vielen anderen Städten bereits erfolgreich umgesetzt wird. Diese soll günstigen Wohnraum schaffen und dabei nicht profitorientiert, sondern entsprechend dem Förderprinzip handeln. Die Mieter*innen stehen im Mittelpunkt und haben das Recht, auf die Entscheidungen der Genossenschaft Einfluss zu nehmen. Erst wenn die politische Bereitschaft vorhanden ist, auch Menschen mit geringeren Einkommen und unterschiedlichen Lebensrealitäten bewusst in unser Stadtbild mitzudenken, kann Seligenstadt als soziale Stadt langfristig bestehen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen und uns für die Rechte von Mieter*innen stark machen, denn Mieten steigen nicht, sie werden erhöht.
2. Durch welche Maßnahmen wollen Sie erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich aktiver an Gestaltung und Umsetzung öffentlicher Projekte beteiligen? Bitte erläutern Sie das zum Beispiel an der Entwicklung des Jahnsportplatzgeländes.
CDU
Die Bürgerinnen und Bürger werden bei allen Bauvorhaben durch die gesetzlich vorgeschriebenen Offenlagen in die Planungsprozesse eingebunden. Darüber hinaus legt die CDU großen Wert auf ergänzende Beteiligungsformate vor Ort.
Im Niederfeld wurde dies zuletzt beim Ideenworkshop zur Gestaltung des Spielplatzes deutlich, bei dem die Anwohnerschaft aktiv eingebunden war. Der Workshop wurde durch den Ersten Stadtrat Oliver Steidl begleitet und bot Raum für konkrete Anregungen aus dem Stadtteil.
Zudem ist das Jugendzentrum im Nachbarschaftshaus wieder zu einem attraktiven Anlaufpunkt geworden. Im Nachbarschaftshaus bestehen verschiedene Angebote seitens der Stadt, bei denen Bürgerinnen und Bürger konstruktive Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen können. Solche niedrigschwelligen Beteiligungsmöglichkeiten wollen wir weiter unterstützen.
FDP
Demokratie vor Ort heißt für uns: früh, klar und ergebnisoffen mit den Bürgerinnen und Bürgern sprechen. Am Jahnsportplatz setzen wir auf eine transparente Entwicklung mit Sport- und Wettkampfhalle, möglichen sozialen Einrichtungen und maßvoller Wohnnutzung – begleitet durch öffentliche Informationsangebote. Ziel ist ein tragfähiger Kompromiss, der Vereinen, Anwohnern und dem gesamten Stadtteil nutzt. Alle Entscheidungsschritte werden in öffentlichen Ausschüssen diskutiert, in der öffentlichen Stadtverordnetenversammlung abgestimmt und sowohl von uns, als auch von der Presse in die Öffentlichkeit getragen. Zudem kann jederzeit von interessierten Bürgern Kontakt mit uns aufgenommen werden, was auch regelmäßig passiert. Bürgerbeteiligung ist für uns keine Einbahnstraße.
Grüne
Wir GRÜNE stehen für eine frühe, transparente und verbindliche Bürgerbeteiligung. Bürgerinnen und Bürger sollen nicht erst informiert werden, wenn Entscheidungen praktisch gefallen sind, sondern von Beginn an mitgestalten können. Die Gründung von Bürgerräten ist ein Hauptanliegen für die kommende Legislatur.
Konkret heißt Bürgerbeteiligung für uns:
- frühzeitige öffentliche Workshops, Planungswerkstätten und Beteiligungsformate, auch speziell für Kinder und Jugendliche,
- verständliche Darstellung der Rahmenbedingungen (Kosten, Zeitpläne, Nutzungskonflikte),
- echte Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Varianten statt reiner Informationsveranstaltungen,
- kontinuierliche Rückmeldung, wie Vorschläge aus der Bürgerschaft in die Planung eingeflossen sind.
- Digitale Beteiligungsplattformen können diese Prozesse ergänzen, ersetzen aber nicht den persönlichen Austausch.
Am Beispiel des Jahnsportplatzgelände kann man leider nicht von einer guten, gelungenen Bürgerbeteiligung sprechen. Es gab zwar ganz zu Beginn der Projektidee „Gestaltung von Bleiche, Jahnsportplatz, Stadtwerkegelände“ eine gut besuchte Planungswerkstatt, in der eine Reihe von Gestaltungsideen erarbeitet wurden. Nach der Präsentation der Ergebnisse wurden diese Ideen leider in die Schublade verbannt und sind bei den weiteren Planungs- und Gestaltungsvorstellungen des Jahnsportplatzes nicht mehr mit einbezogen worden. Der jetzige Beschluss, das ganze Areal einem Investor zur Gestaltung und Bebauung zu übergeben, entspricht nicht unseren Vorstellungen von guter Bürgerbeteiligung.
SPD
Wir wollen Bürgerbeteiligung frühzeitig, transparent und verbindlich gestalten. Am Beispiel des Jahnsportplatzgeländes bedeutet das: Noch vor dem Beschluss einer neuen Planung sollten Stadt und Investor ihre Ideen öffentlich vorstellen.
In Informations- und Beteiligungsveranstaltungen müssen Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen, Sorgen und Vorschläge einbringen können. Darüber hinaus setzen wir uns für verständliche Informationen, digitale Beteiligungsformate und klare Rückmeldungen ein, wie Bürgerideen in Planungen einfließen. Beteiligung darf kein formaler Pflichttermin sein, sondern muss echte Mitgestaltung ermöglichen.
FWS
Wir kommen mit den Leuten direkt ins Gespräch und fragen nach Bedenken/Interessen und Lösungsvorschlägen. Man kennt uns Freie Wähler als sehr offen und nahbar, daher steht einer vorbehaltslosen Kontaktaufnahme und dem unmittelbaren Austausch nichts im Wege.
Die Linke
Wir fordern die reale Einbeziehung von Bürgerinitiativen und Räten, um Ideen und Interessen der Bürger*innen eng an die Projektentwicklung zu binden. In öffentlichen Bürgerdialogen und -debatten sollen die Menschen aus Seligenstadt demokratisch darüber entscheiden können, wie es beispielsweise mit dem Gelände des Jahnsportplatzes weitergehen soll. Um die Beteiligung an den Angeboten zu erhöhen, möchten wir die Einladungen in verständlicher Sprache und in verschiedenen Übersetzungen formulieren. Zudem wollen wir hiesige Vereine und Organisationen in die Organisation einbeziehen. Zusätzlich müssen die Ergebnisse der Bürgerdialoge nachweislich und verbindlich in die Entscheidungen des Stadtparlaments einfließen. Die Stadtverwaltung soll lediglich den Mehrheitswillen umsetzen, denn eine reine Auseinandersetzung im Stadtparlament reicht nicht aus. Auf diesem Wege können sich Menschen besser in Prozesse einbinden, denn nur wer das Gefühl hat, auch gehört zu werden, wird sich in Zukunft weiter an der Gestaltung unserer Stadt beteiligen.
3. Wie werden Sie die Schulwege zu Fuß und mit dem Fahrrad sicherer gestalten? Bitte erläutern Sie das am Beispiel des Schulwegs aus dem Niederfeld zur Konrad-Adenauer-Schule.
CDU
Die CDU setzt sich für sichere, gut einsehbare und durchgängige Schulwege ein. Ein wichtiger Baustein ist dabei die geplante Umgestaltung des Knotenpunkts Jahnstraße und Kapellenstraße/Ellenseestraße, durch die sich die Verkehrssituation insgesamt verändern wird.
Wir werden diesen Prozess weiterhin konstruktiv begleiten und dabei insbesondere die Belange der Kinder sowie die Sicherheit der Schulwege zu Fuß und mit dem Fahrrad konsequent mitdenken.
FDP
Sichere Schulwege haben für uns Priorität. Wir wollen die Route aus dem Niederfeld zur Konrad-Adenauer-Schule durch bessere Querungsmöglichkeiten, klar markierte Fuß- und Radwege, Tempo-30-Regelungen an sensiblen Stellen sowie moderne Geschwindigkeitsüberwachung sicherer machen. Die bekannte Engstelle rund um die Kreuzung Ellensee-/Jahnstraße und den Verkehr in Richtung Seligenstadt-Nord wollen wir im Zuge der Jahnsportplatz-Planung nachhaltig entschärfen. Eine zentrale Rolle wird hier dem dort geplanten Kreisverkehr zukommen.
Grüne
Kinder müssen selbstständig und sicher zur Schule kommen können. Dafür braucht es eine verkehrsberuhigte, übersichtliche und gut gestaltete Infrastruktur. Für den Schulweg aus dem Niederfeld zur Konrad-Adenauer-Schule setzen wir uns ein für:
- sichere, durchgängige Fuß- und Radwege, ggf. Kolpingstraße zur Fahrradstraße machen
- klare Querungshilfen wie z.B. Zebrastreifen oder Mittelinseln an hochfrequentierten Übergängen wie dem Übergang Kolpingstraße zur Jahnstraße oder der Ellenseestraße auf Höhe des Parkplatzes zur Krippe Burg Wirbelwind
- Temporeduzierung (Tempo 30) Bring- und Abholzeiten koordinieren, Autoverkehr vor der Schule konsequent reduzieren
- bessere Sichtbeziehungen durch konsequentes Parkraummanagement,
- “Laufbusse/Gehgemeinschaften” organisieren, mit wechselnder Begleitung durch Erwachsene
- regelmäßige Schulweg-Audits gemeinsam mit Eltern, Schulen und Kindern, ggf. Polizei involvieren, Verkehrssicherheit beachten (gut sichtbare Kleidung, Helm tragen, verkehrssicheres Fahrrad)
Unser Ziel ist eine Stadt, in der sich Kinder sicher und selbstständig bewegen können – das nützt allen.
SPD
Der Schulweg aus dem Niederfeld entlang der Ellenseestraße ist derzeit nicht ausreichend sicher. Die SPD setzt sich hier für konkrete verkehrsberuhigende Maßnahmen ein. Dazu gehören der Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Jahnstraße/Ellenseestraße, die teilweise Umwandlung der Ellenseestraße in eine Einbahnstraße sowie die Einrichtung sicherer Rad- und Fußwege. Zusätzlich sind Maßnahmen gegen zu schnelles Fahren notwendig, etwa durch bauliche Fahrbahnverengungen oder regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen wie durch den Blitz-Trailer. Kinder müssen ihren Schulweg selbstständig und sicher zurücklegen können.
FWS
Unser Antrag bezüglich des Kreisels am Knotenpunkt Ellenseestraße/Jahnstraße hat dafür gesorgt, dass im neuen Bebauungsplan für das Gebiet um den Jahnsportplatz dieser Kreisverkehr fest vorgesehen ist. Wir haben zahlreiche Male auf die Dringlichkeit hingewiesen und werden auch weiterhin Druck machen, um hier nicht noch mehr Zeit ins Land gehen zu lassen.
Wir sehen die Ellenseestraße als Schulweg und nicht als Durchfahrtsstraße, daher streben wir auch hier eine Umgestaltung an. Eine Fahrradsstraße in der Grabenstraße ist auch von uns in der Vergangenheit thematisiert worden, doch stellte sich dies bedauerlicherweise als nichts mehrheitsfähig heraus, hierfür würden wir uns mit neuen Mehrheiten wieder stark machen.
Die Linke
Ein sicherer Schulweg ist für alle Eltern und Schulkinder eine Voraussetzung, damit Kinder selbstständig zur Schule laufen können. Der Schulweg aus dem Niederfeld zur Konrad-Adenauer-Schule ist auf der Laufroute an der Ellenseestraße unserer Ansicht nach nicht sicher. Der starke Verkehr, vor allem auch der Lieferverkehr, sowie die Dunkelheit am Morgen sind dabei große Faktoren. Wir sehen Schule, Ordnungsamt und Stadt in der Pflicht, Vorgaben zu einer Laufroute zu machen. Eine solche Schulwegempfehlung soll den Vorschulkindern bereits vor der Einschulung mitgegeben werden, damit diese im besten Fall bereits geübt werden kann. Zudem muss diese Empfehlung online auf den Seiten der Stadt und der Schule einsehbar sein. Farbliche Markierungen der Route als Kennzeichnung des Schulwegs, die auf die Schulkinder aufmerksam machen, wie Warnfiguren „Achtung Schulkinder“ mit Reflektoren, sind unerlässlich. Um den Verkehr zu beruhigen, kann die Stadt feste Kontrollsysteme nutzen und Bodenschwellen etablieren, denn die vorgegebene Geschwindigkeit von 30 km/h wird unserer Einschätzung nach oft nicht eingehalten. Als Alternative zur Ellenseestraße kann der empfohlene Schulweg auch über die Kolpingstraße geleitet werden, wobei es hierfür zusätzliche bauliche Maßnahmen sowie sichere Übergänge braucht.
Partei ergreifen
Beim Niederfeld-Fest am 13. September haben wir an unserem Rundblick-Stand gefragt: Wofür muss eine Partei sich einsetzen, damit sie ihre Stimme bei der nächsten Kommunalwahl im März 2026 bekommt?
Hier sind die auf unserer Pinwand gesammelten Antworten:
- Gerechtigkeit
- CO²-Ausstoß reduzieren
- Bessere Radwege:
- Eindeutig
- Sicher
- Durchgängig bis zum Zentrum
- Sichere Radständer
- Durchgehende Fahrradwege
- Überall Tempo 30
- Aufwertung Platz der Freundschaft
- Sanierung/Instandsetzung Spielplatz Berliner Straße
- Faire Mieten
- Friedenstüchtigkeit
- Abrüstung
- Genug Essen für uns alle
- Integration
- Reichensteuer
- AFD-Verbot
- Gerechte Verteilung
- Armut bekämpfen
- Chancengleichheit
- Umweltschutz
- Grüne Gärten statt Steinflächen, Bäume für Schatten
- Weiter so viel Leben in der Stadt
- Vielseitige Parks und Spielflächen erhalten und ausbauen
- Luft zum Atmen statt vieler Autos und noch mehr engem, verdichteten Wohnraum
- Weiter so tolles Vereinswesen, Feste & Gemeinsames
- Zebrastreifen über den Steinweg an der Konrad-Adenauer-Schule
- Kreative und innovative Ideen für neuen sozialen Wohnraum – realistische Umsetzung!
- Miteinander
- Baut keinen Scheiss

Einmal König oder Königin sein…
„Das alles, und noch viel mehr – würd ich machen, wenn ich König vom Niederfeld wär…“
Beim Niederfeld-Fest am 14. September gab es die Gelegenheit, einmal König oder Königin zu sein.

König Herbert I. :
Wenn ich König vom Niederfeld wär, würde ich dafür sorgen, dass immer ganz viel Leben auf dem Platz der Freundschaft ist, dass dort aus dem Brunnen der Honig fließt und ganz viele Kinder dort spielen.

Reiner I. :
Wenn ich König vom Niederfeld wär, würde ich dafür sorgen, dass es hier wieder ein Lebensmittelgeschäft gibt.

Jürgen I. :
Wenn ich König vom Niederfeld wär, würde ich die verlängerte Ellenseestraße renaturieren.

Katrin I. :
Wenn ich Königin vom Niederfeld wär, würde ich aus der Ellenseestraße eine Allee nur für Fußgänger und Radfahrer machen.

Stella I. :
Wenn ich Königin vom Niederfeld wär, würde ich hier Eisdielen ansiedeln mit günstigeren Eiskugeln.

Silvan I. :
Wenn ich König vom Niederfeld wär, würde ich hier ein Schwimmbad mit Rusche bauen lassen.

Jakob I. :
Wenn ich König vom Niederfeld wär, würde ich immer auf meinem Königsthron sitzen.

Lena I. :
Wenn ich Königin vom Niederfeld wär, würde ich hier auch ein Schwimmbad mit Rutsche bauen lassen.
Seveso im Niederfeld
Der Bebauungsplan für das Marktzentrum an der Steinheimer Straße und Gewerbebetriebe an der Ellenseestraße verzögert sich, weil es da einen Seveso-Betrieb gibt und ein Gutachten einzuarbeiten sei. So steht es auf der Website der Stadt: https://www.seligenstadt.de/aktuelles/pressemitteilungen/01-2024/jahresrueckblick-2023-stadtentwicklung/
Was steckt dahinter?
Seveso ist eine Stadt nördlich Mailands (Italien). In einem nahen Chemiewerk wurde 1976 nach einem Wärmestau Überdruck abgelassen. So verbreitete sich sehr giftiges Dioxin in ein 6 Kilometer langes und 1 Kilometer breites Gebiet. Da verdorrten Pflanzen, es wurden 3.300 Tierkadaver gefunden. Über 200 Menschen erkrankten an schwerer Chlorakne und Krebs, und es gab unklare Todesfälle.
Das Gebiet wurde gesperrt. Über 700 Bewohner wurden evakuiert; Betriebe, Schulen, Häuser geschlossen.
Seveso wurde namensgebend für europäische und deutsche Richtlinien, die schwere Gefahren mit gefährlichen Stoffen beherrschbar machen sollen. Die deutsche Störfall-Verordnung ist anzuwenden, wenn in Betrieben Mengen gefährlicher Stoffe oder Stoffgemische vorkommen. Die Öffentlichkeit ist zu informieren.
siehe zum Beispiel https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rfall-Verordnung .
Zwischen Ellensee-, Friedrich-Ebert- und Wilhelm-Leuschner-Straße liegt im Niederfeld die Firma LKS Kronenberger, die 145 Mitarbeiter beschäftigt und die unter die Störfall-Verordnung fällt.
Sie hat ausführliche Sicherheitsinformationen veröffentlicht:
https://www.lks-kronenberger.de/_pdf/sicherheitsinformationen.pdf
Da steht auch, was man tun soll, falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Alarm geben sollte:
Am wichtigsten: im Haus bleiben, Fenster schließen und Informationen verfolgen.
Weil im Januar 2024 veröffentlichten Jahresrückblick der Stadt
vom „inzwischen erstellten Seveso-Gutachten … für das Planungsgebiet westlich der Steinheimer Straße“ gesprochen wird, hat die Redaktion danach gefragt. Von den Zentralen Diensten der Stadt kam als Antwort (am 29.2.):
„Das Gutachten ist tatsächlich noch nicht final fertig. Wenn das der Fall ist, wird dieses sowie weitere noch in Bearbeitung befindliche Gutachten im Rahmen des Bauleitplanverfahrens öffentlich ausgelegt, für jedermann einsehbar auf unserer Homepage. Wann genau das der Fall ist, können wir im Moment noch nicht sagen.“
Soweit der öffentlich einsehbare Sachstand.
Im Mai 2024 habe ich nochmals um das Gutachten und eventuelle weitere Dokumente zu dieser Frage gebeten.
Die Stadtverwaltung hat ausführlich geantwortet, dass das Bauleitplanungsverfahren noch im Gange sei und deshalb Dokumente und Planungs-Unterlagen erst dann veröffentlicht werden dürften, wenn die Stadtverordnetenversammlung es beschlossen habe.
Kein Wort von Seveso.
Franz Roski
Kommentar:
Die Antwort der Stadt befriedigt mich nicht. Ich merke, dass der Stadt bereits ein Seveso-Gutachten vorliegt, welches sie aber nicht veröffentlichen will.
Die Presse und die Bürger haben doch einen Anspruch, das Gutachten zu kennen, das mit öffentlichen Mitteln erstellt wurde und das jeden betrifft, der sich in diesem Gebiet aufhält.
Nach der Antwort der Stadtverwaltung geht es nur noch um die Bauleitplanung und deren Verfahren.
Das Seveso-Gutachten ist eine von der Bauleitplanung unabhängige Vorfrage, die anscheinend schon geklärt ist. Das könnte schon veröffentlicht werden.
Franz Roski 16.5.2024
Pläne gab es schon 1926
Mainbrücke an Tankstelle Sattler oder Amalia-Siedlung wäre denkbar
Seit 2023 erleben wir immer wieder, dass man mit der Seligenstädter Mainfähre tage- und wochenlang nicht über den Fluss kommt. Ob Probleme mit der Technik oder Hochwasser: Ärgerlich ist es in jedem Fall. Selbst wenn Fährbetrieb möglich ist, gibt es ihn nur wenige Stunden am Tag. Doch in Seligenstadt gibt es keine andere Möglichkeit, den Main zu queren.
Erst etliche Kilometer mainabwärts gibt es einen schmalen Steg über die Schleuse Krotzenburg -aber nur für fitte Fußgänger und Radfahrer, die genügend Kraft haben, ihr Rad steile Treppen hochzuwuchten. Mainaufwärts können Nicht-Motorisierte nach fünf Kilometern die Kilianusbrücke Mainflingen nutzen.
Ich kann gut verstehen, dass man am Maintor keine Brücke will. Sie würde die Fähre verdrängen und die Ansicht Seligenstadts mit Basilika und Altstadt beeinträchtigen. Obendrein wären da die Rampen ein Problem; denn die Brücke muss hoch über den Main geführt werden, damit auch hohe Schiffe passieren können.
Wenn man auf die topografische Karte schaut, liegen bei der Tankstelle Sattler und dem gegenüberliegenden Radweg auf der bayrischen Seite die Hochufer des Mains recht dicht zusammen. Dazwischen sind rund 150 Meter, und man bräuchte keine Brückenrampen. Eine filigrane Brücke reicht für Fußgänger und Radfahrer.
Die breite Stichstraße neben der Tankstelle Sattler kann geradezu auf die neue Brücke führen.
Denkbar wäre auch eine Brücke vom Lachenwörthsweg aus. Allerdings ist die Passage zwischen den Häusern der Amalia-Siedlung recht schmal.
Das malerische Main-Panorama Seligenstadts bliebe erhalten. Die Fähre könnte weiter für Touristen, Ausflügler und Kraftfahrzeuge fahren und hätte dort ihren Sinn. Fußgänger, Rad- und Rollstuhlfahrer hätten zu jeder Zeit eine bequeme und sichere Verbindung sowohl nach Kahl als auch nach Großwelzheim.
Übrigens: Schon vor über 100 Jahren war eine Brücke geplant für eine Eisenbahn von Kahl übers Niederfeld Richtung Froschhausen. Nach der Weltwirtschaftskrise wurden diese Pläne nicht weiterverfolgt. Stattdessen schmiedete man 1926 den Plan, anstelle der Seligenstädter Mainfähre eine Straßenbrücke zu bauen. Es war sogar schon Geld bereitgestellt. Aber zwei Jahre später erhielt Seligenstadt nur eine neue Fähre.
Franz Roski

Zwei Standorte für eine mögliche Flussquerung
Skizze: Franz Roski auf der Basis von openstreetmap.org
Ideen für den Platz der Freundschaft
Wie kann der Platz der Freundschaft lebendiger werden?
Das hatten wir in der 36. Ausgabe des Niederfeld-Rundblicks im Sommer 2023 gefragt.
Dazu haben wir beim Rundblick-Fest am 21. Juli, beim Stadtteil-Fest am 9. September und als Reaktionen auf unseren Zeitungsartikel Vorschläge bekommen, die wir hier zusammengefasst haben.
Vorgehen:
- Arbeitskreis/Projektgruppe, die mit eigener Arbeit & Ideen den Platz umgestalten (Menschen aktivieren aus unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen)
Der Platz belebt sich dadurch selbst!
Gestaltung:
- Man kann bei keinem Wetter auf den Bänken sitzen, bei Hitze kein Sonnenschutz geschweige denn bei Regen für ältere Mitbürger
- Kein schöner Platz zum Verweilen. Denn die Wege sind für Radfahrer eine Rennstrecke.
- Hinweis auf- absteigen vom Rad. Beschilderung als Fußgängerzone.
- Beschilderung des Platzes, damit auch in Karten steht, wie der Platz heißt.
- Keine Versiegelung.
- Die Anlage komplett verändern:
- Statt Beton:
- Ein kleiner Park mit Ruhebänken, Bocciabahn und Schachbrett
- Ein kleiner Springbrunnen, oder eine Kneipp-Anlage
(hierfür wurde z.B. in Steinheim ein Verein gegründet)
- mehr Grün-Gestaltung – z. B. Baum in der Mitte mit Bank drumherum, Bepflanzung, Rasen, Kies.
- Kneipp-Anlage (gibt meines Wissens in Seligenstadt bisher gar keine)
- Erschaffung Schatten durch Bäume. Bänke durch Sitzwürfel ersetzen.
- Statt die lange Bank zu reparieren, neue und andere Sitzmöglichkeiten schaffen: Kleine Bänke im Rund/Halbrund, die einander zugeordnet sind.
- Brunnen in der Mitte des Platzes mit weiteren Sitzgelegenheiten, z. B. geschwungene Holzliegen, Lounge
- Spielplatz
- Regelmäßige Wartung vom Trampolin.
Ladenlokale:
– Eines der leeren Ladenlokale als Verkaufsraum für verschiedene Produkte organisieren, wie „My Fach“ privat oder über eine Initiative mit dem Nachbarschaftshaus oder einen Verein…
z. B. Honig, Marmeladen oder Kunsthandwerk von verschiedenen Leuten
- Tegut Mini Filiale
- Eisdiele + Cafè Haas mit schönerer Gartenbestuhlung
- Pizzabäcker m. kl. Biergarten
- Ersatz für das China Restaurant
- Griechisches Restaurant
- Tapas Bar
- Kroatisches Restaurant
Jeweils mit Sitzgelegenheiten im Außenbereich
- Ganztägige Bäckerei (Haas) mit Café, die außer Kuchen, Torten, belegte Brötchen auch ein kleines Eisangebot hat
- Ehemaliger Uslu Markt
- Kiosk
- Fischgeschäft (Frisch Fisch) mit dem Angebot einer Tageskarte Bsp. Backfisch im Brötchen, etc.
- Glutenfreier Supermarkt mit großem Sortiment und auch entsprechenden frischen Backwaren (Brot, Brötchen, etc.)
Veranstaltungen:
- Wochenmarkt mit Hähnchengrill, Fischstand o. ä.
- Flohmärkte, 2x jährlich
Neuer Sand für den Spielplatz
Zum Spielplatz in der Danziger Straße hat uns Vanessa Heeg einen Brief weitergeleitet, den sie an den Bürgermeister Daniell Bastian geschrieben hat.
Sehr geehrter Herr Bastian,
ich melde mich nun leider persönlich bei ihnen, da mehrere Aufrufe an das Garten- und Landschaftsamt unbeantwortet blieben. Es bezieht sich auf den Spielplatz in der Danziger Straße in Seligenstadt. Wir Mütter lieben diesen Spielplatz, allerdings wurde seit mehreren Jahren der Sand dort nicht aufgefüllt und die Wurzeln ragen raus und kaum noch Sand ist verfügbar für die Kinder. Viele Hunde haben mittlerweile ihr Geschäft hier zurückgelassen und für die Kinder ist das absolut nicht schön mehr. Ich bitte sie hiermit, sich darum zu kümmern, dass hier neuer Sand aufgefüllt wird und Unkraut an der Rutsche entfernt wird, da dieser Spielplatz leider kein bisschen gepflegt wird – obwohl er gerade im Sommer so schön Schatten bietet für die Kinder und die Wasser Pumpe sehr beliebt ist. Ich danke ihnen und hoffe auf baldige Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen,
Vanessa Heeg
Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Spielplätzen im Niederfeld?
Eine gute Gelegenheit zum Austausch gibt es bei unserem Rundblick-Fest am Freitag, 21. Juli.





