Drängelgitter blockiert Behinderte

Auf dem Weg zwischen dem Ende des Wingertswegs der Siedlung Amaliasee und den fünf mehrgeschossigen Wohnblocks am Nordende Seligenstadts wurde an der Ecke des Hauses Steinheimer Str. 131A ein Drängelgitter errichtet, bestehend aus zwei versetzten Gitterstangen im Abstand von knapp über 60 cm .

Wegen der Hausecke und Kantensteinen auf der einen Seite und dem hohen Erdwall gegenüber kann man die Lücke zwischen den Stangen nur mit einer engen S-Kurve und vorsichtigem Rangieren bewältigen.

Viele Behinderten-Fahrzeuge und auch Kinderwagen passen nicht mehr durch, nur Kinder-Buggys.

Nur mit meinem 60 cm schmalen starren Elektro-Rollstuhl bin ich ganz knapp durchgekommen. Mein faltbarer E-Rollstuhl ist 72 cm breit, der passt da nicht durch. Auch mit meinem 62 cm breiten E-Mobil bin ich gescheitert.

Daher werden auch Behinderte mit handgetriebenen Rollstühlen („Aktiv-Rollstühlen“) meist nicht durchkommen, denn sie brauchen wegen der Greifringe rund 10 cm zusätzliche Fahrzeugbreite. Blockiert sind auch Menschen mit anderen breiteren Hilfsfahrzeugen oder Rollatoren.

Von und zu dem Wohnviertel Steinheimer Str. 131A bis 131E kommt man sonst nur über die Straßenfahrbahn der L3065, die an der Zufahrt zu diesem Wohnviertel schon außerorts mit 70 km/h befahren werden kann.

Vom dort viel tieferliegenden Fuß- und Radweg kommen Behinderte nicht über die grasbewachsene Böschung hoch. Außerdem wäre es dort viel zu gefährlich, weil man da sofort auf der schnell befahrenen Landstraße stünde, die nicht einmal einen Randstreifen hat.

Die einzig mögliche Umfahrung des zu eng gebauten Sperrgitters führt über den Fuß- und Radweg vom Lorenkreisel bis zur Ampelkreuzung Klein-Krotzenburg, anschließend über den Ostring, Flachsländer Weg, (Krotzenburger) Stadtweg:  Das sind 4 km!

Franz Roski 

Fotos von Michael Hollerbach und Franz Roski

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert