Neues Ernährungsangebot für Kita-Kinder
„Wollen wir heute Mittag im Goldenen Löffel zusammen essen?“ Diese Verabredung ist seit Mitte April für die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Niederfeld möglich. Nach einer Umgestaltung ist dort ein freundlich eingerichtetes Kinder-Restaurant entstanden, mit hellen Holzbänken und Tischen und beweglichen Buffet-Schränken mit eingelassenen Glasplatten, auf denen kalte und warme Gerichte hygienisch und Brandschutz-konform angeboten werden können. Im früheren Schlafraum wurden außerdem Wandelemente zum Schallschutz montiert, damit während des Essens der jungen Gäste der Geräuschpegel nicht zu hoch wird.
Anfang Mai hatte das Leitungsteam der Kita die Unterstützenden des Projekts eingeladen, das Ergebnis in Augenschein zu nehmen. Christine Mock, die Leiterin der Kita, dankte den anwesenden Sponsoren von der „Bunten Kiste“, der Volksbank Seligenstadt und dem Ortsausschuss der evangelischen Kirchengemeinde für die Hilfe bei der Finanzierung des Vorhabens. Ihre Stellvertreterin Heike Korth betonte die Ziele des Projekts: ein Gespür für den eigenen Körper zu entwickeln, vielfältige Speisen und Geschmäcker kennenzulernen, Selbstbestimmung einzuüben und den Kindern Lust auf gutes Essen zu machen.
Das Konzept des „Goldenen Löffels“ entwickelten die Pädagoginnen der Kita bei Teamtagen im Rahmen des Pilotprojekts „Apfel und Möhre – klimagesundes Kita-Essen“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
Die Kinder haben jetzt morgens Auswahl beim Frühstücksbuffet zwischen Rohkost, Käse, Aufstrichen und einer Müsli-Bar inklusive einer Flockenquetsche mit wechselnden Getreidesorten und mittags bei einer warmen Mahlzeit mit mehreren Komponenten und einer Salatbar. Durch die Selbstbedienung der Kinder gibt es wenig Reste auf den Tellern. Was übrig bleibt, wird sortiert und gewogen, um zukünftig noch weniger Abfall entstehen zu lassen.
Nach jedem Essen wird mit farbigen Plättchen das Essen bewertet. Dadurch bleiben nur die Gerichte auf dem Speiseplan, die den Kindern schmecken. Die Hauswirtschafterinnen der Kita achten darauf, dass in jedem Fall alle wichtigen Nahrungskomponenten enthalten sind. Damit für alle Beteiligten gute Mahlzeiten entstehen, werden Lebensmittel aus Bio-Anbau, Unverpackt- und Welt-Laden verwendet.
Christine Mock und Heike Korth sehen diese Ernährungs-Werkstatt als den Beginn von einem neuen Konzept im Kita-Alltag mit Werkstätten, die den Kindern zukünftig zu mehr Freiheit, Selbständigkeit und damit auch Verantwortung für ihre Entscheidungen verhelfen sollen.
Schon jetzt können die 70 Kinder, die in der Kita am Mittagessen teilnehmen, entscheiden, wann sie innerhalb der Zeit von 12 bis 14 Uhr essen möchten – müssen allerdings wie im richtigen Restaurant danach schauen, dass dann noch einer der 24 Plätze im „Goldenen Löffel“ frei ist.
Claus Ost
